Stuttgart 517

Auf welche Herausforderung reagiert das Projekt?

Evaluation der Leitungsstellen nach Canon 517 §2 CIC in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Kooperationspartner:
Diözese Rottenburg-Stuttgart 

Laufzeit: 2023

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind bereits 4 Personen nach Canon 517 §2 CIC als Laien mit der Leitung von Pfarreien beauftragt, zwei Personen werden in Kürzen in diesen Dienst treten. Die Diözesanverwaltung stellt fest, dass in Zukunft aufgrund der Entwicklung der Priesterzahlen wahrscheinlich vermehrt Laien in diesem Sinne zur Gemeindeleitung beauftragt werden. Allerdings gibt es bisher noch wenig Wissen darüber, wie diese Leitungsform gut und für alle Seiten zufriedenstellend zu gestalten ist. Die Gemeindeleitung durch nicht-Priester in dem Notfall, dass kein (fähiger) Priester zur Verfügung steht birgt besondere kulturelle und organisatorische Herausforderungen. So agiert die eingesetzte Leitungsperson nicht komplett selbstverantwortlich, sondern ihr ist stets ein Priester zugeordnet. Die Gestaltung dieser Beziehung ist allerdings nicht en detail vorgegeben. Weiterhin kann Leitung in den aktuellen Seelsorgestrukturen an verschiedenen Stellen angesiedelt sein, z.B. in den Kirchengemeinden (= Pfarreien) oder in den Seelsorgeeinheiten (= pastoraler Verbund mehrerer Pfarreien). Darüber hinaus wird sich qua Weihestatus und biografischer Erfahrungen auch die Zusammenarbeit mit den haupt- und ehrenamtlichen Gemeindemitgliedern und Gremien unterscheiden. 

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart möchte aus den bisherigen Einsatzorten und Erfahrungen für deren weitere Ausgestaltung, Unterstützung sowie für die neuen Stellen lernen. Aus diesem Grunde soll eine Evaluation die Gelingensfaktoren guter Gemeindeleitung durch Laien nach Canon 517§2 CIC identifizieren. Das zap wurde damit beauftragt, zur Beantwortung dieser Fragestellung eine Mixed Methods Studie durchzuführen, die sowohl Interviews mit den Pfarrbeauftragten und ihren zugeordneten Priestern als auch eine quantitative Befragung aller relevanter Bezugspersonenbeinhaltet.  

Das Pfarrbeauftragtenmodell stärkt das Gemeindeleben vor Ort und verbessert das Image der katholischen Kirche durch professionelle Leitung und positive Wahrnehmung bei Kooperationspartnern. Es fördert zwar einerseits auf individueller Ebene die gesellschaftliche Integration und Partizipation der Gemeindemitglieder und regt zur Kirchenentwicklung an, ist allerdings andererseits nur eingeschränkt und zeitlich befristet implementierbar und löst somit das Problem des Fachkräftemangels nicht langfristig.